Ein Tag voller Magie, Pferdewissen – und menschlicher Abgründe.
Vor ein paar Tagen war unsere Pferdetrainerin Sarah bei uns. Sie ist nicht nur Pferdefrau mit Leib und Seele, sondern auch psychologische Beraterin – eine toughe, brilliante Frau, die weiß, was sie tut.
Ich hatte ein Thema mit meinem Jungpferd Manas (drei Jahre): Seit über einem Jahr üben wir das Longieren. Mein Ziel war ganz bescheiden – wenigstens eine einzige Runde sollte er laufen. Irgendwann haben wir das auch mal geschafft. Aber dann: Stopp. Manas drehte sich stets zu mir um, mit einem Blick wie: „So. Reicht jetzt. Ich will zurück auf die Weide.“
An diesem Tag erzählte ich Sarah von unserem kleinen Langzeitproblem. Sie nahm sich Manas und die Longe – und ich weiß nicht, ob sie heimlich ein paar Zauberformeln gemurmelt hat – aber nach nicht mal dreißig Minuten lief mein Pferd wie ein Profi an der Longe. Als hätte er nie etwas anderes gemacht. Ich war begeistert. Und ehrlich gesagt: ein bisschen ehrfürchtig.

Während wir noch konzentriert weiterarbeiteten, betrat der Grinch den Reitplatz.
Hier der Dialog – original, ungekürzt:
Grinch zu mir:
„Lina, ihr müsst doch nicht die Gänse versorgen. Wir fahren nicht segeln.“
(Zur Einordnung: Wenn Familie Grinch verreist, kümmern wir uns um ihre Gänse.)
Sarah reagierte nicht. Sie war voll bei der Sache.
Grinch zu Sarah:
„Guten Tag. Eine psychologische Beratung bräuchte ich auch noch. Haben Sie noch Termine frei?“
(Steht auf ihrem Auto.)
Sarah hob nur kurz den Blick:
„Guten Tag. Ja, habe ich.“
Das war’s.

Am nächsten Morgen klopfte es bei mir. Der Grinch stand vor der Tür.
„Du, Lina – hast du deine Trainerin mal gegoogelt?“
„Nein… warum?“
Er (mit dramatischer Miene):
„Mach das mal.“
Ich: „Nee. Sag einfach, was du meinst.“
Er:
„Die hat ganz schlechte Bewertungen. Eine richtig schlimme Frau. Passt bloß auf. Die ist total merkwürdig!“
Mein Kiefer: Richtung Fußboden.

Was war passiert?
Sarah hatte ihn nicht so behandelt, wie er sich das offenbar gewünscht hätte. Und das hat ihn so beschäftigt, dass er sie gegoogelt hat – und dann am nächsten Morgen zu mir kam, um sie schlechtzumachen. Ohne irgendeine Grundlage.
So funktionieren sie.
Diese Menschen mit narzisstischen oder soziopathischen Zügen.
Wenn du so jemanden erlebst –
Lauf.
Lauf ganz weit weg.
By the way:
Sarah hat nicht einen einzigen negativen Kommentar im Netz.
Und ich?
Ich bin einfach nur glücklich.
Weil mein Manas jetzt an der Longe laufen kann.
Weil ich eine Trainerin an meiner Seite habe, die großartig ist.
Und weil ich Menschen inzwischen ziemlich gut einschätzen kann.
P.S.:
Danke, Sarah – für deinen klaren Blick, deine ruhige Präsenz und deinen feinen Humor.
Und danke, Manas – dass du mich immer wieder lehrst, was Geduld wirklich bedeutet.

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