🇩🇪 Deutsch
Ich frage mich oft, warum die Welt so geworden ist, wie sie ist.
Warum eine Hälfte der Menschheit die andere seit Jahrhunderten kleinhält.
Warum Frauen lächeln sollen, während ihnen systematisch alles genommen wurde: ihre Räume, ihre Stimmen, ihre Würde.
Und bevor jetzt wieder einer zetert: Nein, ich bin keine Kampflesbe. Ich bin einfach eine Frau, die hinschaut. Und fragt.
Früher wurden heilkundige Frauen, Hebammen, Kräuterfrauen – Frauen mit Wissen –
als Hexen verbrannt.
Nicht weil sie gefährlich waren, sondern weil sie frei waren.
Weil sie sich nicht fügsam machten, sondern verbunden blieben: mit der Erde, mit dem Körper, mit dem Leben.
In der Bibel wird Frauen die Schuld an allem gegeben – Erbsünde nennt man das.
Aber wusstest du, dass es vor Eva noch Lilith gab?
Sie wurde wie Adam aus Lehm gemacht.
Doch weil sie sich beim Sex nicht unterwerfen wollte, wurde sie aus dem Paradies verbannt.
Bis heute gilt sie in religiösen Kreisen als Dämonin.
Im 18. und 19. Jahrhundert durften Frauen nicht einmal ihr eigenes Geld besitzen.
Ihr Körper gehörte dem Mann, ihre Stimme war nichts wert.
Ihr Wert: Fruchtbarkeit, Häuslichkeit, Gehorsam.
Und heute?
Gleichberechtigung?
Bitte!!!…
Heute dürfen Frauen alles sein – solange sie nicht zu viel werden.
Nicht zu laut, nicht zu frei, nicht zu sehr sie selbst und schon gar nicht zu wild.
Sie sollen anpassungsfähig sein, nett, lächeln und manchmal ein bisschen frech sein.. (aber nicht zu viel..)
Wenn sie klar sprechen, gelten sie als schwierig.
Wenn sie sich wehren, als hysterisch.
Wenn sie nicht gefallen wollen, als frustriert.
Und wenn sie es wagen, alles beim Namen zu nennen, dann sind sie plötzlich radikale Lesben-Emanzen.
Das hat man verdammt gut hingekriegt.
Diese Schublade sitzt fest.
Und es sind nicht nur Männer, die sie bedienen. Auch viele Frauen machen mit. Warum?
Weil sie es so gelernt haben.
Weil sie über Jahrzehnte und Jahrhunderte nichts anderes durften, als sich an Männer zu binden – finanziell, sozial, körperlich.
Weil ihre Existenz davon abhing, dass der Mann blieb.
Und weil Solidarität unter Frauen gezielt ausgetrieben wurde.
Und jetzt – geht es weiter. Nur subtiler.
Mit einer neuen Ideologie, die sich die Bühne nimmt.
Männer können Frauen sein.
Einfach so – mit Bart, tiefem Bass und schlecht aufgetragenem Lippenstift.
Und wehe, du sagst was.
Dann bist du transphob, intolerant, altmodisch.
Dabei geht es hier nicht um Menschenrechte. Es geht darum, dass Frauen erneut enteignet werden.
Ihr Körper, ihre Sprache, ihre Räume, ihre Erfahrung.
Denn ein Mann – egal wie sehr er sich als Frau fühlt –
weiß nicht, wie es ist, eine Frau zu sein.
Genauso wenig wie ich weiß, wie es ist, ein Mann zu sein.
Ich sehe, was läuft – und ich sage: Stopp.
Was heute geschieht, ist nichts anderes als eine neue Runde in der langen Geschichte der Verdrängung des Weiblichen.
Und viele klatschen auch noch dazu.
Die Frau war einst Trägerin von Wissen.
Dann wurde sie zur Hexe erklärt.
Dann zur Hausfrau gemacht.
Dann zur Brüste-und-Hintern-Industrie.
Und jetzt – jetzt soll sie am besten gar nicht mehr existieren. Weil jeder alles sein kann.
Ich sage: Nein.
Ich bin keine Projektionsfläche. Kein Dekor. Kein Service-Smile.
Ich bin Mensch. Frau. Klar. Wach.
Und noch etwas:
Schau dir die Welt an.
Dort, wo Böden tot sind, Flüsse ausgetrocknet, Felder vergiftet – dort, wo nichts mehr fruchtbar ist – dort sind die Frauen am stärksten unterdrückt.
Das ist kein Zufall.
Aber ich sage auch:
Die Männer sind nicht Schuld.
Sie sind genauso entwurzelt worden. Auch ihnen wurde das Heilige genommen.
Auch sie wissen oft nicht mehr, wo sie hingehören.
Auch sie wurden gebogen, kastriert, erzogen.
Sie sind nicht unsere Feinde. Sie sind unsere Brüder.
Ich will kein Matriarchat. Ich will kein Patriarchat.
Ich wünsche mir eine Welt, in der das heiligweibliche und das heiligmännliche nebeneinander stehen dürfen.
Kraftvoll. Würdevoll. Unterschiedlich. Aber gleichwertig.
Ich wünsche mir ein partnerschaftliches System, in dem Frauen frei entscheiden können.
In dem sie zusammenhalten, anstatt sich gegenseitig klein zu machen.
Und in dem Männer sich erinnern dürfen, wer sie wirklich sind.
Ohne Masken. Ohne Machtdruck. Ohne Rollenklischees.
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Was tun?
Was kann ich – Lina- Grace – tun, um diese verdrehte Welt wieder auf die Füße zu stellen?
Ich kann sprechen.
Schreien.
Aufstehen.
Nicht angepasst. Nicht versöhnlich. Sondern deutlich.
Ich kann zeigen, dass ein anderer Weg möglich ist.
Mit Klarheit. Würde. Echtheit. Verbundenheit.
Ich kann Frauen erinnern, wer sie sind – bevor man ihnen erzählte, was sie zu sein haben.
Ich kann meine Stimme heben, damit andere ihre wiederfinden.
Ich will keine Ideologie.
Ich will Wahrheit.
Ein Mensch ist ein Mensch. Kein Fuchs. Kein Gefühl. Keine Illusion.
Frauen sind keine Konstruktion.
Und Männer, die sich als Frauen verkleiden, nehmen nichts ein, was ihnen zusteht.
Sie besetzen etwas, das ihnen nicht gehört.
Und ich –
ich bin nicht leise.

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